Interreligiöses Friedensgebet 28.1.09 im Rathaus - Texte

Friedensgebet in St. Jost 3. Januar 2009 – Prof. Hans-Martin Barth

 

 

Begrüßung

Anlass, Problematik und Begründung eines gemeinsamen Friedensgebets

Verständigung über den Ablauf des Friedensgebets

Gewölbemeditation

Stille

 

Was wir zu beklagen haben

Stille

 

Was wir erbitten

       Wir hören auf einen Text aus den Upanishaden

       Stille

 

       Wir hören auf einen buddhistischen Text (Aus der Lebensregel für den Bodhisattva)

       Stille

 

       Wir hören auf einen Text aus dem Judentum

       Stille

 

       Wir hören auf einen Text aus dem Koran

       Stille

 

       Wir hören auf einen Text aus der christlichen Tradition

       Stille

 

Was wir zum Frieden beitragen wollen

       Stille

 Lied: Dona nobis pacem (EG 435)

Segenswunsch B

                                                                                              

                                                                                                                                     Gebetstexte aus:

Die Friedensgebete von Assisi. Einleitung von Franz Kardinal König. Kommentar von Hans Waldenfels, Freiburg i. Br. 1986

 

 

 

 

 

Interreligiöses Friedensgebet 28.1.09 im Rathaus - Texte

 

Beitrag des Judentums

 

Sim shalom (dt.)

Gib Frieden, Güte und Segen,

Gunst, Liebe und Barmherzigkeit,

uns und ganz Israel, deinem Volk.

Segne, unser Vater, uns alle zusammen mit dem Licht deines Angesichtes;

denn im Lichte deines Angesichtes gabst du uns, Ewiger unser Gott,

die Lehre des Lebens und die Liebe zum Wohltun

und Milde, Segen, Barmherzigkeit, Leben und Frieden.

Und gut sei es in deinen Augen dein Volk Israel und alle Völker

zu jeder Zeit und jeder Stunde mit deinem Frieden zu segnen.

Gelobt seiest du, Ewiger,

der die Völker und sein Volk Israel mit Frieden segnet.

 

Gebet (Rabbi Nachman von Brazlaw, 1771-1810)

Gott des Friedens, göttlicher Herrscher, dem der Friede gehört!

 

Herr des Friedens, Schöpfer aller Dinge!

 

Möge es dein Wille sein, Kriege und Blutvergießen auf der Welt zu beenden und sie mit einem großen und herrlichen Frieden zu erfüllen, dass kein Volk gegen das andere mehr das Schwert erhebe und sie den Krieg hinfort nicht mehr lernen.

 

Hilf uns und errette uns alle, und lass uns stark festhalten am Frieden. Lass einen wahrhaft großen Frieden wachsen zwischen allen Menschen, und lass keine Zwietracht in den Herzen der Menschen entstehen.

 

Lass uns keinen Menschen auf der Welt beschämen, ob groß oder klein. Möge es uns vergönnt sein, dein Gebot „liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ zu erfüllen, mit unserem ganzen Herzen, unserer Seele, unserem Leib und allem, was uns gehört.

Und lass in unserer Zeit geschehen, was geschrieben steht: ‚Ich gebe meinen Frieden in das Land und ihr sollt ohne Furcht wohnen. Und ich werde die wilden Tiere aus dem Land vertreiben und das Schwert soll nicht mehr über euer Land kommen.’

 

Gott, der du Friede bist, segne uns mit Frieden!

 

Amen

 

Beitrag des Christentums

 

Friedensgebet nach Franziskus von Assisi

Herr, mach mich zu einem Werkzeug deines Friedens
dass ich liebe, wo man hasst;
dass ich verzeihe, wo man beleidigt;
dass ich verbinde, wo Streit ist;
dass ich die Wahrheit sage, wo Irrtum ist;
dass ich den Glauben bringe, wo Zweifel droht;
dass ich Hoffnung wecke, wo Verzweiflung quält;
dass ich Licht entzünde, wo Finsternis regiert;

dass ich Freude bringe, wo der Kummer wohnt.

 

Herr, lass mich trachten,
nicht, dass ich getröstet werde, sondern dass ich tröste;
nicht, dass ich verstanden werde, sondern dass ich verstehe;
nicht, dass ich geliebt werde, sondern dass ich liebe.

Dennwer sich hingibt, der empfängt;
wer sich selbst vergisst, der findet;
wer verzeiht, dem wird verziehen;
und wer stirbt, der erwacht zum ewigen Leben. Amen.

Seligpreisungen nach Matthäus 5

Selig sind, die da geistlich arm sind;
   denn ihrer ist das Himmelreich.

Selig sind, die da Leid tragen;
   denn sie sollen getröstet werden.

Selig sind die Sanftmütigen;
   denn sie werden das Erdreich besitzen.

Selig sind, die da hungert und dürstet nach der Gerechtigkeit;
   denn sie sollen satt werden.

Selig sind die Barmherzigen;
   denn sie werden Barmherzigkeit erlangen.

Selig sind, die reinen Herzens sind;
   denn sie werden Gott schauen.

Selig sind die Frieden stiften
   denn sie werden Gottes Kinder heißen.

Selig sind, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden;
   denn ihrer ist das Himmelreich.

 

Beitrag des Islam

 

Mit dem Namen Allahs, des Allerbarmers, des Barmherzigen

 

Teil I

 

Quranzitate:

  • 13. „O ihr Menschen, wir haben euch aus Mann und Frau erschaffen und euch zu Völkern und Stämmen gemacht, auf dass ihr einander erkennen möget. Wahrlich, vor Allah ist von euch der Angesehenste, welcher der Gottesfürchtigste ist. Wahrlich, Allah ist Allwissend, Allkundig.“ (Sure Al-Hujuraat – Die Gemächer 49:13)
  • 7. „Vielleicht wird Allah Zuneigung setzen zwischen euch und denen unter ihnen, mit denen ihr in Feindschaft lebt; denn Allah ist Allmächtig und Allah ist Allverzeihend, Barmherzig. 8. Allah verbietet euch nicht, gegen jene, die euch nicht des Glaubens wegen bekämpft haben und euch nicht aus euren Häusern vertrieben haben, gütig zu sein und redlich mit ihnen zu verfahren; Wahrlich, Allah liebt die Gerechten.“ (Sure Al-Mumtahana – Die Geprüfte 60:7-8)

 

 

Teil II

 

Alles Lob gebührt Allah – Gott, dem Herrn,

dem Gnädigen dem barmherzigen,

dem Herrscher am Tage des Gerichts.

Wir suchen Zuflucht bei Dir vor dem Bösen – in uns & unserer Taten.

Dir dienen wir und dich bitten wir um Hilfe, Rechtleitung & Vergebung.

Führe uns den Geraden Weg, den Weg derer, denen du Gnade erwiesen hast

Und nicht den Weg derer, die irregegangen sind.

 

Gelobt seiest Du, Ewiger unser Gott

Gelobt seiest du, Barmherziger, Allerbarmer.

Gnädig schaust du auf deine Geschöpfe, deine Menschen.

 

Du hast uns erschaffen und du erhältst uns.

Du bist der eine Gott, der höher ist als alles, was wir uns vorstellen können.

Du bist uns näher als unsere Halsschlagader.

Du bewahrst und behütest uns.

Du bist unsere Wegweisung.

Du sendest uns Deinen Segen und Deine Rechtleitung.

 

Du willst, dass wir den Segen, den du uns gibst weiter tragen in die Welt.

Du willst, dass wir einander zum Segen werden und nicht zum Fluch, denn Du sagst in deinem Wort dem Quran:

„Jeder hat seine Richtung, der er sich zuwendet. So wetteifert miteinander in guten Werken wo immer ihr auch seid, Gott wird euch allesamt zusammenführen. Wahrlich Gott hat die Macht über alle Dinge.“ (Al-Baqara – Die Kuh, 2:148)

 

Wir wissen, der Islam kennt keine theologischen Konflikte zwischen den Religionen.

Ebenso keinen Zwang oder Verführung zum Glauben, denn du sagst: „Es gibt keinen Zwang im Glauben…“ (Al-Baqara – Die Kuh, 2:256) und in der Sure 109: „Sprich: ich diene nicht dem ihr dient, und ihr dient nicht, dem ich diene. Und ihr werdet nicht dienen, dem ich diene und ich werde nicht dienen, dem ihr dient. Euch eure Religion und mir meine.“(Al-Kafirun – Die Verdeckenden 109)

Lass uns dies stets vergegenwärtigen.

 

Nur wir Menschen haben diesen Auftrag, den Segen in die Welt zu tragen, vernachlässigt. Unsere Welt, unser Zusammensein ist durch unser Zutun zerrissen. Wir wissen zu gut, dass Menschen Religionen angreifen, weil sie sich menschlichen Dogmen hingeben.

Du sagst „Wahrlich die Religion bei Gott ist der Islam.“ (Al-Imran – Die Sippe Imrans, 3:18) also die Gottergebenheit. Und an anderer Stelle „Abraham war weder Juden noch Christ, viel mehr war er ein Gott-ergebener – ein Muslim -  und keiner von denen, die Gott Gefährten beigesellen.“ (Al-Imran – Die Sippe Imrans, 3:67)

 

So wie Goethe es formuliert hat:

Wen Islam Gottergebenheit heißt – in Islam leben & sterben wir alle!

 

Lass uns daran denken, dass Islam noch mehr eine Haltung & eine Eigenschaft als eine Religion ist.

Du sagst:

 

„Wahrlich, diejenigen, die glauben, und die Juden, die Christen und die Sabäer, wer an Gott und den Jüngsten Tag glaubt und Gutes tut - Diese haben ihren Lohn bei ihrem Herrn und sie werden weder Angst haben noch werden sie traurig sein.“ (Al-Baqara – Die Kuh, 2:62)

 

und

 

„Jene, die geglaubt haben, und die Juden und die Sabäer und die Christen - wer an Gott glaubt und gute Werke tut -, keine Furcht soll über sie kommen, noch sollen sie traurig sein.“ (Al-Maida – Der Tisch, 5:69)

 

O barmherzige, gütiger Gott, wir bitten dich:

Lass uns erkennen, wo wir die Verantwortung füreinander & für die Welt, die du uns gegeben hast, besser wahrnehmen müssen.

 

Lass uns aufbrechen in ein besseres Morgen, in eine Welt, in der wir einander Segen sind.

Lass uns, Menschen verschiedener Religionen & Nationalitäten verantwortungsvoll & mit Respekt einander begegnen.

Lass uns miteinander daran arbeiten, dass das Leben der Menschen hier und in aller Welt besser & gerechter wird.

 

Gütiger Gott,

Sende Du uns weiterhin Deinen Segen, denn alles Gute kommt von dir.

Wandle unseren Sinn, damit wir einander und allen Menschen zum Segen werden, und gib insbesondere den Mächtigen dieser Erde die Einsicht und den Willen, nach deiner Weisung zu fragen & danach zu handeln.

 

Sei gelobt und gepriesen heute und in alle Zeit.

 

Amen

 

Beitrag des Buddhismus

 

Grenzenlose Freundlichkeit

Diejenigen, die weise sind, die das Gute suchen und die den Wert des Friedens kennen, sollten folgendes tun: mögen sie eifrig sein, aufrecht und wahrhaft geradlinig, ohne Selbstbetrug, leicht zufrieden zu stellen, freudig und unbekümmert.

 

Mögen sie sich nicht in den Dingen dieser Welt verlieren. Mögen sie nicht die Bürde weltlicher Güter auf sich nehmen. Mögen sie ihre Sinne beherrschen. Mögen sie weise sein, nicht aufgeblasen, und mögen sie keine großen Besitztümer begehren, nicht einmal für die eigene Familie.

 

Mögen sie nichts Niederträchtiges tun oder was die Weisen missbilligen würden. Mögen alle Wesen glücklich sein und sich wohl befinden. Mögen sie voller Freude sein und in Sicherheit leben.

 

Alle Wesen ohne Ausnahme, schwach oder stark, in den hohen, mittleren oder niederen Daseinsbereichen, klein oder groß, sichtbar oder unsichtbar, nah oder fern, geboren oder noch nicht geboren – mögen alle Wesen glücklich sein und sich wohl befinden.

 

Möge niemand den anderen betrügen oder ein anderes Wesen, gleich in welchem Lager, verachten. Möge niemand aus Wut oder Bosheit einem anderen Schaden zufügen.

 

So wie eine Mutter ihr Kind, ihr einziges Kind, behütet und beschützt, ebenso sollte man mit einem grenzenlosen Geist alle Lebewesen lieben.

 

Indem sie Freundlichkeit über die ganze Welt ausstrahlen – ohne Begrenzung nach oben, nach unten und rundherum – mögen sie grenzenloses Wohlwollen in die ganze Welt heben, unverkrampft und frei von Bosheit oder Feindseligkeit.

 

Ob im Stehen oder im Gehen, im Sitzen oder Liegen, während all ihrer wachen Stunden, mögen sie diese Achtsamkeit auf das Wohlwollen fest verankern. Das wird der höchste Zustand genannt.

 

Indem sie klarsichtig und frei von Sinnesgelüsten müßige Diskussionen aufgeben, werden die, die sich vervollkommnet haben, keine weitere Wiedergeburt mehr erleben

 

 

Übersetzung des Metta Suttas aus dem Sutta-Nipata.

 

 

Das Lied der Trennung

Der, welcher den Buddha, durch den Geist nicht vorstellbar, erkennbar macht,

Der, welcher die geheimen Lehren, in Büchern nicht dargelegt besitzt,

Der, dessen Form ganz Weisheit ist, ein wahrer Halter des Vajra,

Gangshar-wangpo, dessen Güte niemals erstattet werden kann,

Zu niemand als zu Dir kann ich Zuflucht nehmen.

Doch bleibst Du immer in mir:

Du bist meine Zuflucht dann, bis zur Erleuchtung

 

Handle nach dem Dharma und übertrete ihn;

alte dich an den direkten Pfad und falle in Sünde,

Da ich niemanden fand, an den ich mich halten konnte,

Bewahre mich vor den Rohen und Verderbten.

 

Im Reiche der Nicht-Zweiheit,

Wer ist Herrscher, wer Diener?

Und da dis das Land ist, wohin ich reise,

Bewahre mich vor Dienern und Wärtern.

 

Die Sinne weben ihre Netze, um

Jene Reichtümer einzufangen, die ihnen schon gehören.

Da Ungebundenheit der Pfad ist, dem ich folge,

Bewahre mich vor dem Schatzmeister der Anhaftung.

 

Der besitzlose Zustand der Meditation

Wird vollkommenem Gleichmut nachgebildet;

Da Liebe und Hass keinen Platz darin finden sollen,

Bewahre mich vor dem Kloster des Besitzens

 

 

Der Yogi, der nur in der Stunde lebt,

ist der meist begünstigte in allen Königreichen;

Und da es nicht nötig ist, auf Geschenke und Ehre zu rechnen,

Bewahre mich vor dem Erscheinen von Jüngern.

 

Die Kenntnis des Seins ist der vollkommene Lehrer,

Und er ist bei mir, überall wo ich gehe;

Da er es ist, an den ich mich halte,

Bewahre mich vor denen, die für Sekten und Parteien predigen.

 

 

aus: ‚MUDRA’ – Gedichtband von Chögyam Trungpa

 

 

Beitrag der Bahai

 

Teil I :

O Gott, o Gott! Du siehst, wie schwarze Finsternis alle Lande umfängt, wie alle Lande brennen in der Zwietracht Flamme, wie mörderisch in Ost und West des Krieges Feuer lodert.

 

O Herr! Erbarme Dich dieser Unwissenden, schaue auf sie mit dem Auge des Vergebens und Verzeihens. Lösche dieses Feuer, so dass die dichten Wolken sich verziehen, die den Himmel verdunkeln, dass die Sonne der Wirklichkeit leuchte mit den Strahlen der Versöhnung, das tiefe Dunkel sich teile und alle Lande vom strahlenden Lichte des Friedens erleuchtet werden.

 

O Herr! Zieh Du das Volk aus dem abgründigen Meer des Hasses und der Feindseligkeit, befreie es aus dieser undurchdringlichen Finsternis. Vereinige die Herzen, erleuchte die Augen mit dem Lichte des Friedens und der Versöhnung. Errette sie aus den Tiefen des Krieges und des Blutvergießens, befreie sie aus des Irrtums Finsternis. Reiße den Schleier von ihren Augen und erleuchte ihre Herzen mit dem Lichte der Führung. Verfahre mit ihnen nach Deinem zarten Erbarmen und Mitleid, nicht nach Deinem gerechten Zorn, der den Mächtigen die Glieder zittern lässt.

 

O Herr! Krieg folgt auf Krieg. Not und Angst nehmen überhand, einst blühende Länder sind alle verheert.

 

O Herr! Die Herzen sind schwer, die Seelen voll Qual. Erbarme Dich dieser Armen, überlaß sie nicht ihrer maßlosen Gier.

 

 

O Herr! Vertreibe die Finsternis dieser verderbten Begierden, erhelle die Herzen mit der Lampe Deiner Liebe, die bald alle Lande erleuchten wird.

 

Wahrlich, Du bist der Freigebigste, der Herr überfließender Gnade, und wahrlich, Du bist der Mitleidvolle, der Gnadenreiche.

 

Auszüge aus einem Freidensgebet von 'Abdu'l–Bahá

 

 

Teil II :

 

Das Ziel der Religion, wie sie vom Himmel des heiligen Willens Gottes offenbart ist, besteht darin, Einheit und Eintracht unter den Völkern der Welt zu stiften; macht sie nicht zur Ursache für Zwist und Streit. Die Religion Gottes und Sein göttliches Gesetz sind die machtvollsten Werkzeuge und die sichersten Mittel dafür, dass das Licht der Einheit zwischen den Menschen anbricht. Der Fortschritt der Welt, die Entwicklung der Nationen, die Ruhe der Völker und der Frieden aller Erdenbewohner gehören zu den Grundsätzen und Geboten Gottes. Die Religion schenkt dem Menschen die wertvollste aller Gaben, reicht ihm den Kelch des Wohlstands, verleiht ihm ewiges Leben und lässt unzerstörbare Wohltaten auf die Menschheit herniedergehen. Es geziemt den Oberhäuptern und Herrschern der Welt, besonders den Treuhändern von Gottes Haus der Gerechtigkeit, sich bis an die Grenzen ihrer Kraft zu mühen, um die Stellung der Religion zu sichern, ihre Interessen zu fördern und ihre Stufe in den Augen der Welt zu erhöhen. Desgleichen ist es ihre Pflicht, die Lebensverhältnisse ihrer Untertanen zu erforschen und sich mit den Belangen und Tätigkeiten der verschiedenen Gemeinschaften in ihren Herrschaftsbereichen vertraut zu machen. Wir rufen die Offenbarungen der Allmacht Gottes - die Herrscher und Regenten auf Erden - auf, sich zu regen und alles, was in ihrer Kraft steht, zu tun, um die Zwietracht zu bannen und die Welt mit dem Licht der Einheit zu erleuchten.

 

            (Baha'u'llah, 9. Ishráqát)

Friedensgebet in St. Jost 3. Januar 2009 – Prof. Hans-Martin Barth

 

Begrüßung

Anlass, Problematik und Begründung eines gemeinsamen Friedensgebets

Verständigung über den Ablauf des Friedensgebets

Gewölbemeditation

Stille

 

Was wir zu beklagen haben

Stille

 

Was wir erbitten

       Wir hören auf einen Text aus den Upanishaden

       Stille

 

       Wir hören auf einen buddhistischen Text (Aus der Lebensregel für den Bodhisattva)

       Stille

 

       Wir hören auf einen Text aus dem Judentum

       Stille

 

       Wir hören auf einen Text aus dem Koran

       Stille

 

       Wir hören auf einen Text aus der christlichen Tradition

       Stille

 

Was wir zum Frieden beitragen wollen

       Stille

 Lied: Dona nobis pacem (EG 435)

Segenswunsch B

                                                                                              

                                                                                                                                     Gebetstexte aus:

Die Friedensgebete von Assisi. Einleitung von Franz Kardinal König. Kommentar von Hans Waldenfels, Freiburg i. Br. 1986

 

 

 

 

 

Interreligiöses Friedensgebet 28.1.09 im Rathaus - Texte

 

Beitrag des Judentums

 

Sim shalom (dt.)

Gib Frieden, Güte und Segen,

Gunst, Liebe und Barmherzigkeit,

uns und ganz Israel, deinem Volk.

Segne, unser Vater, uns alle zusammen mit dem Licht deines Angesichtes;

denn im Lichte deines Angesichtes gabst du uns, Ewiger unser Gott,

die Lehre des Lebens und die Liebe zum Wohltun

und Milde, Segen, Barmherzigkeit, Leben und Frieden.

Und gut sei es in deinen Augen dein Volk Israel und alle Völker

zu jeder Zeit und jeder Stunde mit deinem Frieden zu segnen.

Gelobt seiest du, Ewiger,

der die Völker und sein Volk Israel mit Frieden segnet.

 

Gebet (Rabbi Nachman von Brazlaw, 1771-1810)

Gott des Friedens, göttlicher Herrscher, dem der Friede gehört!

 

Herr des Friedens, Schöpfer aller Dinge!

 

Möge es dein Wille sein, Kriege und Blutvergießen auf der Welt zu beenden und sie mit einem großen und herrlichen Frieden zu erfüllen, dass kein Volk gegen das andere mehr das Schwert erhebe und sie den Krieg hinfort nicht mehr lernen.

 

Hilf uns und errette uns alle, und lass uns stark festhalten am Frieden. Lass einen wahrhaft großen Frieden wachsen zwischen allen Menschen, und lass keine Zwietracht in den Herzen der Menschen entstehen.

 

Lass uns keinen Menschen auf der Welt beschämen, ob groß oder klein. Möge es uns vergönnt sein, dein Gebot „liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ zu erfüllen, mit unserem ganzen Herzen, unserer Seele, unserem Leib und allem, was uns gehört.

Und lass in unserer Zeit geschehen, was geschrieben steht: ‚Ich gebe meinen Frieden in das Land und ihr sollt ohne Furcht wohnen. Und ich werde die wilden Tiere aus dem Land vertreiben und das Schwert soll nicht mehr über euer Land kommen.’

 

Gott, der du Friede bist, segne uns mit Frieden!

 

Amen

 

Beitrag des Christentums

 

Friedensgebet nach Franziskus von Assisi

Herr, mach mich zu einem Werkzeug deines Friedens
dass ich liebe, wo man hasst;
dass ich verzeihe, wo man beleidigt;
dass ich verbinde, wo Streit ist;
dass ich die Wahrheit sage, wo Irrtum ist;
dass ich den Glauben bringe, wo Zweifel droht;
dass ich Hoffnung wecke, wo Verzweiflung quält;
dass ich Licht entzünde, wo Finsternis regiert;

dass ich Freude bringe, wo der Kummer wohnt.

 

Herr, lass mich trachten,
nicht, dass ich getröstet werde, sondern dass ich tröste;
nicht, dass ich verstanden werde, sondern dass ich verstehe;
nicht, dass ich geliebt werde, sondern dass ich liebe.

Dennwer sich hingibt, der empfängt;
wer sich selbst vergisst, der findet;
wer verzeiht, dem wird verziehen;
und wer stirbt, der erwacht zum ewigen Leben. Amen.

Seligpreisungen nach Matthäus 5

Selig sind, die da geistlich arm sind;
   denn ihrer ist das Himmelreich.

Selig sind, die da Leid tragen;
   denn sie sollen getröstet werden.

Selig sind die Sanftmütigen;
   denn sie werden das Erdreich besitzen.

Selig sind, die da hungert und dürstet nach der Gerechtigkeit;
   denn sie sollen satt werden.

Selig sind die Barmherzigen;
   denn sie werden Barmherzigkeit erlangen.

Selig sind, die reinen Herzens sind;
   denn sie werden Gott schauen.

Selig sind die Frieden stiften
   denn sie werden Gottes Kinder heißen.

Selig sind, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden;
   denn ihrer ist das Himmelreich.

 

Beitrag des Islam

 

Mit dem Namen Allahs, des Allerbarmers, des Barmherzigen

 

Teil I

 

Quranzitate:

  • 13. „O ihr Menschen, wir haben euch aus Mann und Frau erschaffen und euch zu Völkern und Stämmen gemacht, auf dass ihr einander erkennen möget. Wahrlich, vor Allah ist von euch der Angesehenste, welcher der Gottesfürchtigste ist. Wahrlich, Allah ist Allwissend, Allkundig.“ (Sure Al-Hujuraat – Die Gemächer 49:13)
  • 7. „Vielleicht wird Allah Zuneigung setzen zwischen euch und denen unter ihnen, mit denen ihr in Feindschaft lebt; denn Allah ist Allmächtig und Allah ist Allverzeihend, Barmherzig. 8. Allah verbietet euch nicht, gegen jene, die euch nicht des Glaubens wegen bekämpft haben und euch nicht aus euren Häusern vertrieben haben, gütig zu sein und redlich mit ihnen zu verfahren; Wahrlich, Allah liebt die Gerechten.“ (Sure Al-Mumtahana – Die Geprüfte 60:7-8)

 

 

Teil II

 

Alles Lob gebührt Allah – Gott, dem Herrn,

dem Gnädigen dem barmherzigen,

dem Herrscher am Tage des Gerichts.

Wir suchen Zuflucht bei Dir vor dem Bösen – in uns & unserer Taten.

Dir dienen wir und dich bitten wir um Hilfe, Rechtleitung & Vergebung.

Führe uns den Geraden Weg, den Weg derer, denen du Gnade erwiesen hast

Und nicht den Weg derer, die irregegangen sind.

 

Gelobt seiest Du, Ewiger unser Gott

Gelobt seiest du, Barmherziger, Allerbarmer.

Gnädig schaust du auf deine Geschöpfe, deine Menschen.

 

Du hast uns erschaffen und du erhältst uns.

Du bist der eine Gott, der höher ist als alles, was wir uns vorstellen können.

Du bist uns näher als unsere Halsschlagader.

Du bewahrst und behütest uns.

Du bist unsere Wegweisung.

Du sendest uns Deinen Segen und Deine Rechtleitung.

 

Du willst, dass wir den Segen, den du uns gibst weiter tragen in die Welt.

Du willst, dass wir einander zum Segen werden und nicht zum Fluch, denn Du sagst in deinem Wort dem Quran:

„Jeder hat seine Richtung, der er sich zuwendet. So wetteifert miteinander in guten Werken wo immer ihr auch seid, Gott wird euch allesamt zusammenführen. Wahrlich Gott hat die Macht über alle Dinge.“ (Al-Baqara – Die Kuh, 2:148)

 

Wir wissen, der Islam kennt keine theologischen Konflikte zwischen den Religionen.

Ebenso keinen Zwang oder Verführung zum Glauben, denn du sagst: „Es gibt keinen Zwang im Glauben…“ (Al-Baqara – Die Kuh, 2:256) und in der Sure 109: „Sprich: ich diene nicht dem ihr dient, und ihr dient nicht, dem ich diene. Und ihr werdet nicht dienen, dem ich diene und ich werde nicht dienen, dem ihr dient. Euch eure Religion und mir meine.“(Al-Kafirun – Die Verdeckenden 109)

Lass uns dies stets vergegenwärtigen.

 

Nur wir Menschen haben diesen Auftrag, den Segen in die Welt zu tragen, vernachlässigt. Unsere Welt, unser Zusammensein ist durch unser Zutun zerrissen. Wir wissen zu gut, dass Menschen Religionen angreifen, weil sie sich menschlichen Dogmen hingeben.

Du sagst „Wahrlich die Religion bei Gott ist der Islam.“ (Al-Imran – Die Sippe Imrans, 3:18) also die Gottergebenheit. Und an anderer Stelle „Abraham war weder Juden noch Christ, viel mehr war er ein Gott-ergebener – ein Muslim -  und keiner von denen, die Gott Gefährten beigesellen.“ (Al-Imran – Die Sippe Imrans, 3:67)

 

So wie Goethe es formuliert hat:

Wen Islam Gottergebenheit heißt – in Islam leben & sterben wir alle!

 

Lass uns daran denken, dass Islam noch mehr eine Haltung & eine Eigenschaft als eine Religion ist.

Du sagst:

 

„Wahrlich, diejenigen, die glauben, und die Juden, die Christen und die Sabäer, wer an Gott und den Jüngsten Tag glaubt und Gutes tut - Diese haben ihren Lohn bei ihrem Herrn und sie werden weder Angst haben noch werden sie traurig sein.“ (Al-Baqara – Die Kuh, 2:62)

 

und

 

„Jene, die geglaubt haben, und die Juden und die Sabäer und die Christen - wer an Gott glaubt und gute Werke tut -, keine Furcht soll über sie kommen, noch sollen sie traurig sein.“ (Al-Maida – Der Tisch, 5:69)

 

O barmherzige, gütiger Gott, wir bitten dich:

Lass uns erkennen, wo wir die Verantwortung füreinander & für die Welt, die du uns gegeben hast, besser wahrnehmen müssen.

 

Lass uns aufbrechen in ein besseres Morgen, in eine Welt, in der wir einander Segen sind.

Lass uns, Menschen verschiedener Religionen & Nationalitäten verantwortungsvoll & mit Respekt einander begegnen.

Lass uns miteinander daran arbeiten, dass das Leben der Menschen hier und in aller Welt besser & gerechter wird.

 

Gütiger Gott,

Sende Du uns weiterhin Deinen Segen, denn alles Gute kommt von dir.

Wandle unseren Sinn, damit wir einander und allen Menschen zum Segen werden, und gib insbesondere den Mächtigen dieser Erde die Einsicht und den Willen, nach deiner Weisung zu fragen & danach zu handeln.

 

Sei gelobt und gepriesen heute und in alle Zeit.

 

Amen

 

Beitrag des Buddhismus

 

Grenzenlose Freundlichkeit

Diejenigen, die weise sind, die das Gute suchen und die den Wert des Friedens kennen, sollten folgendes tun: mögen sie eifrig sein, aufrecht und wahrhaft geradlinig, ohne Selbstbetrug, leicht zufrieden zu stellen, freudig und unbekümmert.

 

Mögen sie sich nicht in den Dingen dieser Welt verlieren. Mögen sie nicht die Bürde weltlicher Güter auf sich nehmen. Mögen sie ihre Sinne beherrschen. Mögen sie weise sein, nicht aufgeblasen, und mögen sie keine großen Besitztümer begehren, nicht einmal für die eigene Familie.

 

Mögen sie nichts Niederträchtiges tun oder was die Weisen missbilligen würden. Mögen alle Wesen glücklich sein und sich wohl befinden. Mögen sie voller Freude sein und in Sicherheit leben.

 

Alle Wesen ohne Ausnahme, schwach oder stark, in den hohen, mittleren oder niederen Daseinsbereichen, klein oder groß, sichtbar oder unsichtbar, nah oder fern, geboren oder noch nicht geboren – mögen alle Wesen glücklich sein und sich wohl befinden.

 

Möge niemand den anderen betrügen oder ein anderes Wesen, gleich in welchem Lager, verachten. Möge niemand aus Wut oder Bosheit einem anderen Schaden zufügen.

 

So wie eine Mutter ihr Kind, ihr einziges Kind, behütet und beschützt, ebenso sollte man mit einem grenzenlosen Geist alle Lebewesen lieben.

 

Indem sie Freundlichkeit über die ganze Welt ausstrahlen – ohne Begrenzung nach oben, nach unten und rundherum – mögen sie grenzenloses Wohlwollen in die ganze Welt heben, unverkrampft und frei von Bosheit oder Feindseligkeit.

 

Ob im Stehen oder im Gehen, im Sitzen oder Liegen, während all ihrer wachen Stunden, mögen sie diese Achtsamkeit auf das Wohlwollen fest verankern. Das wird der höchste Zustand genannt.

 

Indem sie klarsichtig und frei von Sinnesgelüsten müßige Diskussionen aufgeben, werden die, die sich vervollkommnet haben, keine weitere Wiedergeburt mehr erleben

 

 

Übersetzung des Metta Suttas aus dem Sutta-Nipata.

 

 

Das Lied der Trennung

Der, welcher den Buddha, durch den Geist nicht vorstellbar, erkennbar macht,

Der, welcher die geheimen Lehren, in Büchern nicht dargelegt besitzt,

Der, dessen Form ganz Weisheit ist, ein wahrer Halter des Vajra,

Gangshar-wangpo, dessen Güte niemals erstattet werden kann,

Zu niemand als zu Dir kann ich Zuflucht nehmen.

Doch bleibst Du immer in mir:

Du bist meine Zuflucht dann, bis zur Erleuchtung

 

Handle nach dem Dharma und übertrete ihn;

alte dich an den direkten Pfad und falle in Sünde,

Da ich niemanden fand, an den ich mich halten konnte,

Bewahre mich vor den Rohen und Verderbten.

 

Im Reiche der Nicht-Zweiheit,

Wer ist Herrscher, wer Diener?

Und da dis das Land ist, wohin ich reise,

Bewahre mich vor Dienern und Wärtern.

 

Die Sinne weben ihre Netze, um

Jene Reichtümer einzufangen, die ihnen schon gehören.

Da Ungebundenheit der Pfad ist, dem ich folge,

Bewahre mich vor dem Schatzmeister der Anhaftung.

 

Der besitzlose Zustand der Meditation

Wird vollkommenem Gleichmut nachgebildet;

Da Liebe und Hass keinen Platz darin finden sollen,

Bewahre mich vor dem Kloster des Besitzens

 

 

Der Yogi, der nur in der Stunde lebt,

ist der meist begünstigte in allen Königreichen;

Und da es nicht nötig ist, auf Geschenke und Ehre zu rechnen,

Bewahre mich vor dem Erscheinen von Jüngern.

 

Die Kenntnis des Seins ist der vollkommene Lehrer,

Und er ist bei mir, überall wo ich gehe;

Da er es ist, an den ich mich halte,

Bewahre mich vor denen, die für Sekten und Parteien predigen.

 

 

aus: ‚MUDRA’ – Gedichtband von Chögyam Trungpa

 

 

Beitrag der Bahai

 

Teil I :

O Gott, o Gott! Du siehst, wie schwarze Finsternis alle Lande umfängt, wie alle Lande brennen in der Zwietracht Flamme, wie mörderisch in Ost und West des Krieges Feuer lodert.

 

O Herr! Erbarme Dich dieser Unwissenden, schaue auf sie mit dem Auge des Vergebens und Verzeihens. Lösche dieses Feuer, so dass die dichten Wolken sich verziehen, die den Himmel verdunkeln, dass die Sonne der Wirklichkeit leuchte mit den Strahlen der Versöhnung, das tiefe Dunkel sich teile und alle Lande vom strahlenden Lichte des Friedens erleuchtet werden.

 

O Herr! Zieh Du das Volk aus dem abgründigen Meer des Hasses und der Feindseligkeit, befreie es aus dieser undurchdringlichen Finsternis. Vereinige die Herzen, erleuchte die Augen mit dem Lichte des Friedens und der Versöhnung. Errette sie aus den Tiefen des Krieges und des Blutvergießens, befreie sie aus des Irrtums Finsternis. Reiße den Schleier von ihren Augen und erleuchte ihre Herzen mit dem Lichte der Führung. Verfahre mit ihnen nach Deinem zarten Erbarmen und Mitleid, nicht nach Deinem gerechten Zorn, der den Mächtigen die Glieder zittern lässt.

 

O Herr! Krieg folgt auf Krieg. Not und Angst nehmen überhand, einst blühende Länder sind alle verheert.

 

O Herr! Die Herzen sind schwer, die Seelen voll Qual. Erbarme Dich dieser Armen, überlaß sie nicht ihrer maßlosen Gier.

 

 

O Herr! Vertreibe die Finsternis dieser verderbten Begierden, erhelle die Herzen mit der Lampe Deiner Liebe, die bald alle Lande erleuchten wird.

 

Wahrlich, Du bist der Freigebigste, der Herr überfließender Gnade, und wahrlich, Du bist der Mitleidvolle, der Gnadenreiche.

 

Auszüge aus einem Freidensgebet von 'Abdu'l–Bahá

 

Teil II :

 

Das Ziel der Religion, wie sie vom Himmel des heiligen Willens Gottes offenbart ist, besteht darin, Einheit und Eintracht unter den Völkern der Welt zu stiften; macht sie nicht zur Ursache für Zwist und Streit. Die Religion Gottes und Sein göttliches Gesetz sind die machtvollsten Werkzeuge und die sichersten Mittel dafür, dass das Licht der Einheit zwischen den Menschen anbricht. Der Fortschritt der Welt, die Entwicklung der Nationen, die Ruhe der Völker und der Frieden aller Erdenbewohner gehören zu den Grundsätzen und Geboten Gottes. Die Religion schenkt dem Menschen die wertvollste aller Gaben, reicht ihm den Kelch des Wohlstands, verleiht ihm ewiges Leben und lässt unzerstörbare Wohltaten auf die Menschheit herniedergehen. Es geziemt den Oberhäuptern und Herrschern der Welt, besonders den Treuhändern von Gottes Haus der Gerechtigkeit, sich bis an die Grenzen ihrer Kraft zu mühen, um die Stellung der Religion zu sichern, ihre Interessen zu fördern und ihre Stufe in den Augen der Welt zu erhöhen. Desgleichen ist es ihre Pflicht, die Lebensverhältnisse ihrer Untertanen zu erforschen und sich mit den Belangen und Tätigkeiten der verschiedenen Gemeinschaften in ihren Herrschaftsbereichen vertraut zu machen. Wir rufen die Offenbarungen der Allmacht Gottes - die Herrscher und Regenten auf Erden - auf, sich zu regen und alles, was in ihrer Kraft steht, zu tun, um die Zwietracht zu bannen und die Welt mit dem Licht der Einheit zu erleuchten.

 

            (Baha'u'llah, 9. Ishráqát)